Sommerferien

Mit den Sommerferien verbinden unsere Heranwachsenden viel Hoffnung auf eine „echt geile Zeit“. Sie wollen was erleben! Am besten Fernreisen in tolle Metropolen oder an bekannte Strände des Südens. Und wir Eltern möchten unseren Kindern gerne etwas bieten. Nie würden wir sie vernachlässigen, wie es der 14-jährige Maik im Bestseller-Roman „Tschick“ von Wolfgang Herrndorf, erfahren musste. Er wurde in den Ferien einfach im luxuriösen Familienanwesen allein gelassen – Kein Platz für das Kind im Sommer-Leben der Eltern. Wie geht das wohl aus?

Kinder gehen vor
Wir Eltern im realen Deutsch-land versuchen dagegen, unseren Kindern einen Urlaub zu bieten, in dem sie Spaß haben. Wir gehen laut einer Marktforschungsumfrage (IDM) sogar so weit, dass wir die eigene Erholung und die Elternbeziehung hinten anstellen. Für über 90 Prozent der Familienurlauber steht das Wohl des Kindes im Vordergrund. Es geht darum, dass die Kinder glücklich sind und sich amüsieren. Nur etwa ein Drittel der Mütter denkt dabei auch an die eigene Erholung. Nach dem Urlaub geht meistens der Spagat des Familienalltags mit Schule Beruf, Kinderbetreuung, Hausarbeit, usw. wieder los. Gemeinsam zu verreisen bietet oft die einzige Gelegenheit, intensiv Zeit mit der Familie zu verbringen. Und wir wissen alle, dass es nicht immer harmonisch und rei-bungslos abläuft. Manche Eltern, und bestimmt auch Kinder, sind nach dem Urlaub gar gestresster als vorher.

Loslassen
Um nochmal auf den Protagonisten im Roman „Tschick“ zu kommen: Maik hat sich in seinen Sommerferien auf ein waghalsiges Abenteuer eingelassen. Mit seinem neuen Freund „Tschick“ begibt er sich auf einen verrückten Road-Trip, macht eindrucksvolle Begegnungen, entdeckt sich selbst neu und profitiert letztlich davon, etwas gewagt und Menschen vertraut zu haben. Er erlebt einen Sommer, der seinen Leben auf dem Weg zum Erwachsenwerden positiv verändert.
Das soll nun nicht heißen, dass wir unsere Kinder allein zuhause lassen sollten und sie animieren, mit gestohlenen Autos Richtung Walachei zu fahren. Nein, aber vielleicht können wir behutsam Loslassen lernen und sie ermutigen, auch mal mit Gleichaltrigen zu verreisen. So würden auch wir Eltern zunehmend wieder gemeinsame Zeit genießen können.
Schauen Sie mal in verschiedene Programme für Kinder- und Jugendfreizeiten/-reisen in unserer Region:

www.kjr-erh.de
www.awo-erlangen.de
www.jugendinformation-nuernberg.de/reisen-durchblicken

Können Sie in den Ferien (noch) nicht wegfahren und brauchen ein Kinderbetreuungsangebot im Landkreis? Dann werden Sie vielleicht auf unserer Internetseite
wwww.buendnis-fuer-familie.de/Unterstützung oder direkt bei Ihrer Gemeinde fündig.

Einen schönen Sommer! Lektüre: Tschick!